Mrz 14
04/2010: Sheng-Fui-Schnuller: Ich habe die Marktentwicklung verpasst, leider!

Sheng-Fui-Schnuller (Quelle: sheng-fui.de)
Ich gestehe:
- Ich habe die Entwicklung verschlafen und nicht aufgepasst, obwohl das Produkt all diejenigen Sehnsüchte in mir befriedigt, die seit meiner Kindheit unbefriedigt geblieben waren. Spätestens mit Eintritt in die Pubertät stand mir eigentlich dauernd der Sinn nach etwas Scharfem, wenn sich auch mein Verständnis dessen später noch von Zeit zu Zeit graduell veränderte.
- Bereits am 20. Dezember 2007 wurde das innovative Produkt von der o.a. Website in den offiziellen Webshop aufgenommen, und blieb doch bis heute bei mir gänzlich unbemerkt. Asche auf mein Haupt. Zu diesem Zeitpunkt war ich allerdings schon längere Zeit kaum noch pubertär, von ganz wenigen Ausnahmen abgesehen.
Das Produkt ist ein Schnuller, der im Bereich der Lutschzone nicht lediglich nur rot eingefärbt ist. Vielmehr handelt es sich um eine ausgewachsene Chilischote der schärferen Sorte. “In Babys Mund wird gezielt das Element Feuer angeregt”, bewerben die Shopbetreiber das Produkt. Doch das ist nur die halbe Wahrheit. In Wirklichkeit lassen sich eine Vielzahl weiterer Dinge mit dem Produkt anstellen.
- Wer Chilis mag, muss nun während der täglichen U-Bahnfahrt zur Arbeit nicht mehr auf die feurige Schärfe verzichten. Für die “kleinen Pausen zwischendurch” sollen demnächst noch “Unterwegs”-Behältnisse (Aufbewahrungsdosen) in verschiedenen Farben auf den Markt kommen.
- In Besprechungen, bei Sitzungen und zur Wahrung von disziplinärem Verhalten kann Vielrednern, Abweichlern und Kettensatz-Verwendern mit einfachem Antrag zur Tagesordnung das Straflutschen angedroht werden. 5 Minuten fürs erste, und bei Wiederholung dann im 5-Minuten-Aufwärts-Rhythmus erhöhen.
Liebhaber der asiatischen Küche kommen vollkommen freiwillig auf ihre Kosten. Ähnlich einem Methadon-Programm für Abhängige süchtig machender Drogen kann das relativ neue Produkt sogenannten Foodaddicts (deutsch: Essenabhängigen) helfen, die Zeit bis zum nächsten “goldenen Fraß” zu überbrücken. Allerdings vermissen Kenner schärferer Essenszubereitungsformen bereits eine nachvollziehbare, transparente Darlegung der erhältlichen Scoville-Einheiten. Dazu der Pressesprecher der Fa. Rabasco, Herr Jala La Peno:”Wir wissen aus der 100jährigen Tradition unserer Saucen, dass die Kunden die Schärfe unserer Produkte in unterschiedlicher Intensität möchten. Wir haben daher den amerikanischen Forscher John Scofield (Hobby: Jazzgitarre) gebeten, ein “Scometer” auf die Produktpackungen zu applizieren, an dem man reiben kann. Nach kurzem Rubbeln zeigt das Scometer die Schärfe an.”
Für derartig ausgeklügeltes Ingenieurs-Techtelmechtel war bei der Einführung des Schnullers aus dem Hause Sheng Fui jedoch nicht genügend Zeit. “Das Produkt musste auf den europäischen Markt geworfen werden”, erklärt uns der chilenische Produktmanager Ha Chi Gonzalez. Der hohe Erwartungsdruck rechtfertigte diese Vorgehensweise. Alles in allem ist mit der Herausgabe des Produkts für den europäischen Binnenmarkt erst einmal eine gewisse Bedarfsweckung entstanden, die nun in der Reihenfolge der eingegangen Bestellungen abgearbeitet würde. Den Erfolg des Produkts hat allerdings gestört, dass sich die asiatischen Wohlfühlspezialisten von Sheng Fui für den Exklusivversand durch den Warenhausversender Quelle entschieden hatten. Für eine klärende Stellungnahme war Michael Otto, der neue Herr im Hause, nicht erreichbar.

